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Segelboote: Alles was du als künftiger Hobbykapitän zu Kauf und Co. wissen musst

Wer das Wasser und die Wellen mag, lernt automatisch auch den Wind kennen. Und wer sich mit dem Windsurfen als seiner niedrigschwelligen wassersportlichen Nutzung beschäftigt, lernt ihn auch lieben und auszunutzen.

Wenn auch Du zu diesen Personen gehörst, dann ist es oft nur folgerichtig, wenn der Wunsch nach einem „richtigen“ Segelboot aufkeimt, egal wie klein es auch sein mag.

Allerdings ist dieser Traum und vor allem seine Erfüllung eine Frage von Geld und Zeit. Was Du wissen musst, zeigen wir Dir jetzt.

Segelboote – lediglich ein Dachbegriff

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Das Segel als Möglichkeit, Wind „einzufangen“ und für den Antrieb eines Fahrzeugs zu nutzen, gehört zu den ältesten und wichtigsten technischen Errungenschaften der Menschheit.

Allein was die nachgewiesene Nutzung anbelangt, sprechen wir von einem Zeitraum, der rund 5000 Jahre vor unserer Zeitrechnung begann – erwiesen unter anderem durch so alte Höhlenzeichnungen und die Verzierung auf einer ägyptischen Urne.

Zudem hat der weltbekannte Experimentalarchäologe Thor Heyerdahl mit seinem, dem archäologischen Segeln verschriebenen, Lebenswerk auch die viel diskutierte Theorie aufgestellt, dass Menschen schon früher von Wind getrieben über das Wasser fuhren.

Interessant: Damit ist das Segel höchstwahrscheinlich doppelt so alt wie das Rad. Das wurde nach aktuellem Kenntnisstand nämlich erst zirka 3500 Jahre vor Christus erfunden.

Das heißt, in diesen (mindestens) zirka 7000 Jahren Segelgeschichte haben sich auch verschiedenste Typen von Segelbooten, Masten und Segeln etabliert.

Segelkunde will gelernt sein

Auch Du wirst als angehender Kapitän nicht umhinkommen, Dich tief mit dieser Materie zu befassen. Denn selbst wenn man alles aus dieser langen Liste herausstreicht, was von der Entwicklung überholt wurde und deshalb verschwunden ist, verbleiben gerade im Freizeitbereich zahllose Bootstypen.

Die Arten an Segelbooten sind vielseitig

Noch vielfältiger wird das Thema, weil die Art eines Boots nicht nur durch die Rumpfform definiert wird, sondern in noch viel größerem Maß durch die Art der Takelung, also Anordnung, Art und Anzahl von Masten und Segeln.

Da sich ganze Bibliotheken nur mit diesem Thema befassen, können wir Dir im Rahmen dieses Artikels natürlich nur einen sehr kleinen Überblick geben. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, Segelboote nach der Rumpfform aufzuteilen:

1 Die Unterteilung nach der Rumpfanzahl: Sehr viele Segelboote im Freizeitbereich sind zwar Einrumpfboote, aber es gibt eben auch kleine Katamarane und Trimarane, die zwei bzw. drei parallele Rümpfe haben.

2 Die Unterteilung nach der nautischen Stabilität: Jollen sind grundsätzlich formstabil ausgelegt, das heißt, sie krängen (neigen sich um die Längsachse) durch die Form ihres Rumpfes nicht unkontrolliert. Kielboote hingegen verhindern dies durch ein langes Kielschwert bzw. einen Ballastkiel.

Jenseits dieser Unterteilungen (die sich selbst wiederum aufsplitten) erfolgt dann die genaue Bezeichnung eines Boots hinsichtlich seiner Takelung. Hier haben wir es bei einmastigen Sportseglern typischerweise mit der Cat-Takelung sowie der Sluptakelung zu tun.

Erstere hat einen vorn am Bug aufgerichteten Mast und meist ein Gaffelsegel. Bei letzterer sitzt der Mast eher mittig und trägt sowohl ein dem Lateiner ähnelndes Hochsegel als Großsegel wie ein davor angesetztes Vorsegel.

Auch die Segelsprache will gelernt sein

Segeln ist eine Welt, die von zigtausenden Fachbegriffen durchsetzt ist, die sich über Jahrtausende entwickelt haben und deckungsgleich mit der Seemannssprache sind.

Sobald Du selbst ein Boot besitzen möchtest, wirst Du nicht umhinkommen, diese Sprache zu erlernen, da sie die einzigen feststehenden Begriffe und Bezeichnungen enthält – eine Rah ist beispielsweise immer eine Rah, keinesfalls „eine quer zum Mast angeordnete Stange zum Halten eines rechteckigen, dreieckigen oder trapezförmigen Segels“.

Vieles von der Segelkunde wirst Du in einer Bootsschule lernen. Dennoch kann es für die Praxis praktisch sein ein passendes Segelkunde-Wörterbuch zuzulegen. Die Seemannssprache ist nicht nur ein historisches Anhängsel, sondern nach wie vor essenziell wichtig für den sicheren Segelbetrieb.

Unterschied zwischen Boote, Schiffen und Yachten?

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Nun stellt sich noch die Frage, wo das Boot endet, und das Schiff beginnt – und was sind dann Yachten?

Hierbei haben wir es mit einem der ganz wenigen Fälle zu tun, in denen Seemannssprache nicht wirklich präzise ist – denn der Unterschied wird primär durch die Größe bzw. Länge des Rumpfs definiert, was einem starken, zeithistorischen Wandel unterliegt.

Heute spricht man prinzipiell davon, dass alles unter 50 Metern Rumpflänge ein Boot ist, alles darüber ein Schiff.

Ein Schiff kann ein Boot transportieren, ein Boot jedoch niemals ein Schiff.

Hier siehst Du bereits die angesprochene zeithistorische Komponente: Nach der Definition wären beispielsweise alle drei Wasserfahrzeuge aus Kolumbus‘ Flotte Boote gewesen; selbst ihr Flaggschiff Santa Maria brachte es nur auf knapp 20 Meter. Keiner käme jedoch auf die Idee, sie deshalb als Boot zu bezeichnen.

Yacht ist ein noch schwammigerer Begriff. Prinzipiell bezeichnet man damit Segel- (und Motor-) Boote, die nicht nur ein offenes Ober-, sondern auch ein irgendwie geartetes Unterdeck bzw. eine Kajüte haben.

In der Praxis allerdings spricht man meist erst ab Rumpflängen jenseits der zehn Meter von einer Yacht – auch wenn ein kürzeres Boot prinzipiell alle Yacht-definierenden Details mitbringt.

Hart am Wind – aber nur mit Erlaubnis

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Vielleicht hast Du im Urlaub schon auf einem Windsurfing-Brett gestanden, ohne dass Du einen Befähigungsnachweis vorlegen musstest. Doch schon hier ist typischerweise ein Windsurfing-Grundschein vonnöten. Nicht anders sieht es natürlich auch bei Segelbooten aus.

Grundsätzlich ist in Deutschland mindestens einen gewässerabhängigen Schein Vorschrift.

Der große Vorteil:

Dieser wird hierzulande mit einem international gültigen International Certificate of Competence ausgestellt, der von vielen anderen Staaten (auch jenseits der EU) anerkannt wird. Besonders, aber nicht ausschließlich, die fürs Küstensegeln so attraktiven Mittelmeeranrainerstaaten.

Welche Befähigungsnachweise benötigst Du?

  • Binnengewässer: Möchtest Du nur auf Binnengewässern (Seen und Flüssen gemäß offizieller Einteilung) segeln, genügt der Sportbootführerschein Binnen (SBF-B). Sobald ein Funkgerät installiert ist, benötigst Du zudem das Binnenfunkzeugnis UBI.
  • Küste: Möchtest Du an der Küste bzw. auf den hoheitlich dazugehörigen Teilen von Wasserstraßen segeln, benötigst Du den Sportbootführerschein See (SBF-S) und, falls ein Funkgerät vorhanden ist, das Seefunkzeugnis SRC.

Beide Scheine, vor allem der See-Schein, sind jedoch konzeptionell auf Motorboote zugeschnitten und enthalten kaum seglerische Elemente in Theorie und Praxis. Achte deshalb darauf, eine Schule auszuwählen, welche Dir explizit das Segeln beibringt, das tun längst nicht alle Sportbootschulen.

Wenn Du das Segeln wirklich umfassend erlernen möchtest, kannst Du auch (freiwillig und zusätzlich) einen Sportküstenschifferschein erwerben, der sich maximal dem Segeln widmet. Er hat unter den Seglern auch einen gewissen Status, weil damit nachgewiesen wird, dass jemand das Segeln von der Pike auf gelernt hat.

In Seenot richtig handeln:

Wenn Du im Meer segeln möchtest, solltest Du auch den (abermals freiwilligen) Fachkundenachweis für Seenotsignalmittel, umgangssprachlich Pyroschein, machen.

Nur damit darfst Du Leuchtpistolen und ähnliche Notsignalmittel erwerben und benutzen. Auf Binnengewässern ist dies nicht unbedingt notwendig, weil hier Notlagen seltener unbemerkt bleiben.

Gut zu wissen:

  • Bootsscheine haben jeweils Untergrenzen hinsichtlich der Motorleistung bzw. Segelfläche (Bundesland Berlin). Für die Praxis solltest Du jedoch unbedingt immer einen Schein erwerben, weil er Dir zumindest zahllose praktische Grundlagen in Sachen Seefahrtrecht beibringt.
  • Im Ausland erworbene Scheine werden in Deutschland grundsätzlich nicht anerkannt und können nicht in deutsche Scheine umgeschrieben werden.

Segelboote kaufen: Eine Frage des Geldes

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Segeln klingt für manche Außenstehende nach einem Hobby, das man sich leisten können muss. Ganz falsch ist das sicherlich nicht. Allerdings stimmt es nicht, dass man nur dann ein eigenes Boot besitzen kann, wenn man mindestens einen mitte-vierstelligen Netto-Monatslohn verdient.

Welche Kosten kommen beim Segeln auf Dich zu?

  1. Kosten für die Sportbootführerscheine

    Der SBF-S beispielsweise kostet alles in allem ungefähr 400 Euro.

  2. Anschaffungskosten für dein Boot

    Hier gibt es naturgemäß eine enorm große Spreizung. Eine ganz kleine (Länge 2,30 m) Jolle der sogenannten Optimist-Klasse (Opti) kostet in brandneuem, segelfertigem Zustand ungefähr 5000 Euro; für die doppelt so lange Korsar-Jolle liegen rasch bereits 20.000 Euro an.

    Umgekehrt ruft ein kleines Kajütboot wie die beliebte polnische Viko s21 in segelfertigem Zustand gut 13.000 Euro auf – in der Branche ein riesiges Schnäppchen.

  3. Ausrüstungskosten

    Dinge wie Teile der Takelage, Seglerbekleidung, Sicherheitsausrüstung (bspw. Rettungswesten), Ferngläser, nautische Instrumente, Funkgeräte, Taue – praktisch alles, was nicht bei einem segelfertigen (neuen) Boot mit zur Ausstattung gehört, aber dennoch mit an Bord sein muss. Auch hier ist natürlich die Spreizung sehr groß.

  4. Transportkosten

    Für sehr kleine Jollen genügt ein Auto-Dachgepäckträger. Die Masse der größeren Boote ist jedoch nur trailerbar. Das heißt, Du benötigst einen speziellen Bootsanhänger (und ein Auto, das beides gewichtsmäßig ziehen darf). Ein solcher Anhänger kostet neu ungefähr 3500 Euro. Natürlich benötigst Du in dem Fall auch einen passenden Stellplatz für den Trailer und das Boot.

  5. Unterbringungskosten

    Falls Du das Boot nicht vor jedem Törn ins Wasser befördern, es danach wieder herausziehen, sowie alles auf- und abbauen möchtest, ist ein fester Liegeplatz zwingend vonnöten. Du kannst und darfst nicht einfach irgendwo ankern oder das Boot an Land aufsetzen. Liegeplätze gibt es vorzugsweise in Marinas und den Häfen von Sportbootclubs.

    Hier gibt es völlig unterschiedliche Preispolitiken, die sich meist auch in Gast- und Mitgliederliegeplätze unterteilen und an der Bootsgröße orientieren. Ein typischer ganzjähriger Gastliegeplatz kann problemlos 1000 Euro und mehr kosten.

    Häufig wird jedoch auch in Sommer- und Winterliegeplätze aufgeteilt. Im Winter liegt das Boot dann in Hallen oder auf großen Regalen an Land. Das ist günstiger, aber Du kannst das Boot nicht nutzen, kommst teilweise auch nicht einmal für Arbeiten heran, weil die Boote dicht an dicht gelagert sind.

  6. Unterhaltskosten

    Zwar müssen auf Segelboote keine dauerhaften Steuern bezahlt werden, dafür benötigen sie aber regelmäßige Pflege. Auch Taue und dergleichen verschleißen, hinzu kommen Kosten für die Versicherung, Reparaturen und ähnliches.

Ein Segelboot kostet pro Jahr zirka zehn Prozent seines Neupreises an Unterhaltskosten.

Zudem gilt, dass Du bei Liegeplätzen häufig in Vorleistung gehen musst und dass typischerweise die gesamte gebuchte Zeit für ein Jahr bzw. eine Saison bezahlt werden muss. Das heißt, Du wirst auf einen Schlag eine recht hohe Summe Geld benötigen. Gleichzeitig brauchst du genügend finanziellen Spielraum, um laufenden Kosten zu beglichen und genug für Reparaturen und andere Unwägbarkeiten zurückgelegt werden kann.

Ein Segelboot-Kauf will vorher gut durchgerechnet werden!

Wenn Du dafür einen Kredit aufnehmen möchte, solltest du diesen vorher gründlich online berechnen und vergleichen – andernfalls kannst Du Dir vielleicht ein schönes, segelfertiges Boot kaufen, wenn jedoch der Verein, dem Dein Liegeplatz gehört, die zweite Liegeplatzmiete für ein ganzes Jahr verlangt, hast Du eventuell durch falsche Kalkulation oder zu hohen Monatsraten nicht genug, um die Kosten zu begleichen.

Wichtig: Wenn Du einen Kredit nimmst, kalkuliere bloß nicht zu knapp. Ermittle die anstehenden Kosten so präzise wie möglich und leihe Dir das Geld mit einer Reserve von fünf bis zehn Prozent.

Neue Segelboote: Teureres Vergnügen mit mehr Sicherheit?

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Das Boot selbst ist, zumindest was die Einmalzahlungen anbelangt, der mit Abstand größte Einzelposten auf Deinem Weg zum Skipper.

Was brandneue Boote anbelangt, so kannst Du Dir für eine Dir zur Verfügung stehende Summe X praktisch immer nur ein kleineres bzw. weniger luxuriöseres Boot gönnen, als es möglich wäre, wenn Du auf dem Gebrauchtbootmarkt agieren würdest (siehe nächstes Kapitel).

Allerdings haben neue Boote mehrere Vorteile ins Feld zu führen:

1 Es ist ein brandneues Boot, Du bist der erste Besitzer, es gibt keine Vorgeschichte jeglicher Art. Das ist nicht nur ein sehr schöner emotionaler Vorteil – denn Du bekommst einfach auch ein Boot, von dem Du ganz genau weißt, dass es beispielsweise nicht schon einmal irgendwelche Grundberührungen erlebt hat oder das auf kaum nachvollziehbare Weise „verbastelt“ wurde.

2 Neu bedeutet, dass alle Teile werksfrisch sind. Sie haben noch keine Belastungen und Fehlbehandlungen erlebt, stehen am Anfang ihres Lebens.

Deshalb darfst Du davon ausgehen, Dich mit einem brandneuen Boot über deutlich längere Zeit einfach nur dem vergnüglichen Segeln widmen zu können, statt übermäßig viel Zeit in die Pflege zu investieren oder Dir Sorgen machen zu müssen, dass demnächst teure Austausch- oder Reparaturarbeiten auf dem Plan stehen.

Schon im vorherigen Kapitel hast Du den Begriff segelfertig gelesen. Das ist ein wichtiges Kriterium, das Du beim Kauf immer berücksichtigen solltest. Segelfertig bedeutet, dass das Boot mit allen grundlegenden Features ausgestattet ist, die Du benötigst, um es quasi direkt zu Wasser zu lassen und lossegeln zu können.

Das ist auch eine Vorgehensweise, die wir Dir als Anfänger-Kapitän absolut ans Herz legen können. Denn nicht-segelfertige Boote benötigen meist noch viel Ausrüstung – darunter auch die absolute Basis in Form der Segel, des Ankers usw., die bei segelfertigen Booten inkludiert sind.

Segelfertig kein feststehender Begriff, Du musst also sehr genau das Kleingedruckte des Herstellers durchlesen. Auch ist die Ausrüstung typischerweise nicht das maximal mögliche, sondern häufig nur mittelmäßige Standardware.

Dafür musst Du aber nach dem Kauf nicht noch viele Euros und Stunden der Such-, Vergleichs- und Kaufarbeit aufwenden, um alles zusammenzutragen – und es natürlich auch einzubauen und vielleicht sogar anzupassen.

Gebrauchte Segelboote: Günstigere Preise mit Vorgeschichten?

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Du bist der Ansicht, dass Du entweder für ein Boot grundsätzlich weniger ausgeben möchtest oder mit Deinem Budget deutlich mehr Seefahrzeug erwerben willst.

Dann solltest Du Dich konsequent auf dem Markt für gebrauchte Segelboote umsehen, er ist vor allem zum Ende und Beginn der Segelsaison immer bestens gefüllt – dann verkaufen Besitzer nämlich ihre Boote entweder nach einer finalen Saison oder wollen sie veräußern, um selbst mit einem anderen Untersatz in die nächste Saison starten zu können.

In jedem Fall wirst Du Dich zunächst mit einigen gesetzlichen Grundlagen des Kaufs befassen müssen; ganz gleich, von wem genau Du das Boot auch erwirbst. Dann kommen noch folgende Elemente auf Dich zu:

  1. Die Vorgeschichte

    Das Boot hat in jedem Fall eine Vorgeschichte, die dir nicht unbedingt in Gänze bekannt gemacht werden wird. Beispielsweise kann es vielleicht eine Ramming gegeben haben oder ähnliche Schäden, die sich nur Ingenieuren offenbaren, aber den Wert und/oder die Sicherheit rapide herabsetzen können.

  2. Bauliche Veränderungen

    Nach der Zulassung müssen Boote in Deutschland nicht wie beispielsweise Autos regelmäßig von unabhängigen Sachverständigen überprüft werden. Auch gibt es jenseits der vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen kaum Regularien.

    Es kann deshalb sein, dass ein gebrauchtes Boot von seinem Besitzer umfassend nach dessen Geschmack verändert wurde. Das kann nicht nur konträr zu deinem Geschmack stehen, sondern auch bedeuten, dass du dich mit schwer nachvollziehbaren Basteleien auseinandersetzen musst – beispielsweise an der Bordelektrik.

  3. Der Allgemeinzustand

    Von den Segeln bis hin zu den Tauen kann vieles schon dicht am Ende seines Lebens sein. Das gilt typischerweise besonders häufig bei Booten, die zum Ende der Saison veräußert werden – wer genau weiß, dass nur noch eine finale Saison ansteht, investiert natürlich meist keine großen Summen mehr in die Instandhaltung.

    Das heißt, Wartungs-, Reparatur- und Austauscharbeiten stehen häufig in näherer Zukunft auf dem Programm. Natürlich gilt das nicht grundsätzlich, da viele gebrauchte Boote auch in hervorragendem Zustand oder vielleicht sogar nach Restaurationen verkauft werden.

  4. Die Überprüfung

    Aufgrund dieser drei Tatsachen solltest du gebrauchte Boote grundsätzlich doppelt überprüfen. Das heißt: Einmal an Land, damit du auch den Unterwasserrumpf und besonders etwaige Opferanoden (bei Eisenrümpfen) und den Antifouling-Anstrich überprüfen kannst. Das andere Mal im Wasser, damit du die Krängung, den Geradeauslauf und andere Segeleigenschaften begutachten kannst.

Insgesamt muss deshalb festgestellt werden, dass der Kauf von gebrauchten Segelbooten ein deutlich schwierigeres Pflaster ist. Das gilt ganz besonders, weil es eben keine regelmäßigen Kontrollpflichten für Boote gibt.

Dementsprechend solltest du diesen Schritt, besonders als Anfänger, nur dann wagen, wenn du dich wirklich umfassend in das generelle Thema und die Eigenschaften deines favorisierten Bootes eingelesen hast – viele kleinere Segler werden ja seit teilweise Jahrzehnten in Serie gefertigt, sodass du durchaus herausfinden kannst, was ein brandneues Boot haben und können muss und so den Vergleich zu einem gebrauchten Exemplar ziehen kannst.

Wenn Du dies nicht selbst sicherstellen kannst, dann solltest Du unbedingt jemanden an der Hand haben, der seine fachliche Expertise in die Waagschale werfen kann. Dies kann ein befreundeter (erfahrener) Segler sein, aber vielleicht auch ein Sachkundiger auf dem Gebiet (welcher natürlich weitere Kosten verursacht).

Tipp: Testen vor dem Kauf

Gerade dann, wenn Du erst den Bootsschein frisch in der Tasche hast, kann es sich zur besseren Marktsondierung auch lohnen, eine Reihe von Bootstypen nacheinander zu mieten.

Das bringt Dir den immensen Vorteil, sie in Vor- und Nachteilen in der Praxis kennenlernen zu können, bevor Du mehrere tausend Euro auf den Tisch legen und Dich an ein Boot binden musst.

Langfristig ist dies jedoch nur dann günstiger als ein eigenes Boot, wenn Du wirklich nur gelegentlich am Ruder stehen möchtest.

Zusammengefasst

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Es gibt sicherlich günstigere und in der Vorgehensweise simplere Hobbys als das Segeln mit Booten. Doch wenn die Lust, den Wind zu kontrollieren, Dich gepackt hat und Du es Dir prinzipiell leisten kannst, solltest Du dem ruhig nachgehen.

Es ist ein Hobby, das Dich selbst als Besitzer einer kleinen Drei-Meter-Jolle bis an Dein Lebensende fesseln kann. Zumal es ein wirklich ganzheitliches Steckenpferd ist, das nicht nur den reinen Segelspaß inkludiert, sondern auch das ständige Basteln, Verbessern, Beschäftigen mit dem Boot und der Materie Segelsport.

Dass Du mit einem Boot auch immer eine perfekte Anlaufstelle hast, um Dich einfach nur aufs Wasser zu begeben, dem Wind und den Wellen zu lauschen und mit einem kühlen Getränk die Seele baumeln zu lassen, kommt natürlich noch hinzu – und das, zu einem in der Größenordnung wirklich selten gutem Umweltgewissen.

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Lara

Lara liebt das Wasser und könnte sich einen Tag ohne Meer vor der Haustür kaum noch vorstellen. In Griechenland lebend verbringt Sie am liebsten Ihre Tage am Strand oder mit Schnorchelausrüstung im Wasser.

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